Bewerbung

Zulassungsvoraussetzungen

Seit Dezember 2014 gelten folgende Übergangsregelungen für Lehramtsabschlüsse:

Studierenden, die spätestens bis 30.06.2014 ein Lehramtsstudium aufgenommen haben, kann nach Abschluss des Studiums die Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ermöglicht werden. Die Zugangsvoraussetzung erfüllen somit auch Kandidaten, die das Lehramtsstudium zu einem früheren Zeitpunkt abgeschlossen haben. Diese Regelung gilt auch für Diplom-Sonderpädagogen und Diplom-Heilpädagogen.

Folgende Abschlüsse erfüllen die Voraussetzung für den Zugang zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten:
  • Diplom in Psychologie (Universität oder gleichstehende Hochschule, soweit das Fach Klinische Psychologie eingeschlossen ist)
  • Erziehungswissenschaftlicher Diplomstudiengang an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen mit Abschluss als:
    Diplom-Pädagoge, Diplom-Sozialpädagoge,
    Diplom-Sonderpädagoge, Diplom-Heilpädagoge
  • Master- oder Magisterabschlüsse in Pädagogik i.S.d. § 19 Abs. 4 HGR / Art. 86a Abs. 4 BayHschG (konsekutive Studienabschlüsse)
  • Magisterabschluss mit Hauptfach Pädagogik oder Sonderpädagogik
  • Erste Staatsprüfung für ein Lehramt an Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Sonderschulen und beruflichen Schulen gemäß LPO 1 in sämtlichen Fächerverbindungen
  • Erste Staatsprüfung für ein Lehramt an Gymnasien (gemäß LPO 1) in einer Fächerverbindung mit dem Fach Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt
  • Lehramtsabschlüsse anderer Länder sind als gleichwertig anzuerkennen, soweit die zu Grunde liegenden Prüfungsordnungen ein vergleichbares erziehungswissenschaftliches Studium im Umfang von mindestens 30 SWS beinhalten
  • Master in Bildungs- und Erziehungswissenschaften
  • Abschluss im bayerischen Fachhochschulstudiengang Soziale Arbeit mit Abschluss Diplom-Sozialpädagoge (FH)
  • Masterabschluss im Studiengang Soziale Arbeit
Für bereits approbierte Psychotherapeuten ist eine Weiterqualifizierung zum (analytischen) Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten möglich.

Ausbildung

Das tiefenpsychologische Krankheitsverständnis geht davon aus, dass seelische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen auf ungelöste innere Konflikte vor dem Hintergrund schwieriger psychosozialer Entwicklungsbedingungen hinweisen.

Krankheitswertige Symptome sind somit als Ausdruck seelischer Not und zugleich als missglückte Versuche einer Selbstheilung zu verstehen. Sie sind daher nicht einfach „wegzutherapieren“. Sie können als unzureichende Bewältigungsstrategie jedoch überflüssig werden, wenn sie in ihrer Funktion als Protest oder Hilferuf verstanden werden und adäquatere Bewältigungsformen für die belastenden Konflikte entwickelt werden konnten.

Um über die Notwendigkeit einer psychotherapeutischen Behandlung zu entscheiden und gegebenenfalls eine tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Behandlung durchführen zu können, ist eine fundierte theoretische und praktische Schulung nötig, die von einer intensiven Selbsterfahrung begleitet wird. Der Abschluss dieser Aus- bzw. Weiterbildung berechtigt zur psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen in eigener Praxis und ermöglicht – bei entsprechender Zulassung - zur Abrechnung dieser Leistung gegenüber den Krankenversicherungsträgern.

Die Ausbildung erfolgt in Übereinstimmung mit den Anforderungen der Psychotherapie-Vereinbarungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigungen. Sie wird berufsbegleitend durchgeführt, dauert mindestens fünf Jahre und umfasst neben der Selbsterfahrung einen theoretischen sowie einen praktischen Teil. Bei Weiterbildungen werden Vorkenntnisse entsprechend angerechnet.

BAföG

Für den Zeitraum bis zur Zwischenprüfung kann bei Vollzeitausbildung BAföG beantragt werden.
 

Dauer und Umfang der Ausbildung

Die Selbsterfahrung findet im Rahmen der Lehranalyse statt und begleitet die gesamte Ausbildung mit zwei bis drei Wochenstunden (mind. 300 Stunden). Für Interessenten, die nach Abschluss der Ausbildung ausschließlich tiefenpsychologisch arbeiten wollen, reduziert sich der Umfang der Selbsterfahrung auf 200 Stunden.

Der theoretische Teil umfasst 800 Stunden. Die Seminare und Vorlesungen finden in Nürnberg statt und können während des Semesters zwei- bis dreimal wöchentlich am Abend besucht werden.

In den ersten beiden Jahren der Ausbildung muss ein gesetzlich vorgeschriebenes Praktikum von 1800 Stunden geleistet werden. Davon können 600 Stunden in anerkannten Praxen stattfinden. Im Hinblick auf das Praktikum bestehen Kooperationsverträge mit den Kliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Nürnberg, Bayreuth und Regensburg. Das gesamte Praktikum kann in Absprache mit Institut und Klinik in Vollzeit wie auch in Teilzeit absolviert werden.

Nach bestandener Zwischenprüfung beginnt die praktische Ausbildung mit Behandlungen unter Supervision. Dazu sind 1000 Behandlungsstunden bei mindestens 10 Behandlungsfällen nötig. Insgesamt sind 250 Supervisionsstunden für die Behandlungsfälle zu erbringen. Die Einnahmen aus den Behandlungsfällen (Vergütung nach den Richtlinien der Kassenärztlichen Vereinigung) decken ab diesem Zeitpunkt weitestgehend die Kosten der Ausbildung.

Abschluss der Ausbildung

Der Abschluss der Ausbildung gliedert sich in eine staatliche Prüfung nach dem Psychotherapeutengesetz zur Erlangung der Approbation sowie eine institutsinterne Prüfung, die die spätere Mitgliedschaft in Berufs- und Fachverbänden ermöglicht.

Umfang und Kosten der Ausbildung

Psychoanalytische Ausbildung
  • mindestens 300 Stunden Lehranalyse(60 bis 75 Euro die Stunde)
  • 1000 Behandlungsstunden (werden mit ca. 50 Euro netto entlohnt)
  • 250 Supervisionsstunden(60 bis 75 Euro die Stunde)
  • 1800 Stunden Praktika (unentgeltlich)
  • ca. 1000 Stunden Theorieseminare(Semesterbeitrag derzeit 300 Euro)
Die Ausbildungskosten betragen bei kürzest möglicher Dauer 40.000 bis 50.000 Euro. Dem stehen Einnahmen von 50.000 Euro gegenüber.

Tiefenpsychologisch fundierte Ausbildung
  • mindestens 200 Stunden Lehranalyse(60 bis 75 Euro die Stunde)
  • 600 Behandlungsstunden (werden mit ca. 50 Euro netto entlohnt)
  • 150 Supervisionsstunden (60 bis 75 Euro die Stunde)
  • 1800 Stunden Praktika (unentgeltlich)
  • ca. 600 Stunden Theorieseminare(Semesterbeitrag derzeit 300 Euro)
Die Ausbildungskosten betragen bei kürzest möglicher Dauer 30.000 bis 35.000 Euro. Dem stehen Einnahmen von 30.000 Euro gegenüber.

Die ersten beiden Jahre der Ausbildung stellen sicherlich die größte finanzielle Belastung dar, da den Ausgaben keine Einnahmen gegenüberstehen. Wenn kein Eigenkapital vorhanden ist, muss diese Zeit fremdfinanziert werden (Familiendarlehen, Überbrückungskredit der Hausbank).

Die Aus-und Weiterbildung kann in frühestens 5 Jahren absolviert werden, die Lehranalyse bzw. Lehrtherapie soll bis zum Ende der Ausbildung begleitend stattfinden.

Bewerbung, Informationen und Fragen zur Ausbildung:

Sekretariat des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie
von Kindern und Jugendlichen Nürnberg e.V.
Frau Gabi Mitsdörffer
Torwartstr. 21
90480 Nürnberg
Tel. 0911/ 400 86 59
Fax 0911/ 408 82 00
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Leiter des Aus- und Weiterbildungsauschusses
Herr Dipl. Soz. Päd. Florian Müller
Kirchenweg 20
90419 Nürnberg
Tel. 0911/4789 8204
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Wenn Sie sich für die Aus- und Weiterbildung bewerben möchten, schicken Sie bitte Ihre Unterlagen (Anschreiben, Lichtbild, Zeugniskopien, ausführlicher Lebenslauf) in dreifacher Ausführung an unser Sekretariat.